Auch wenn mal wieder in der Großstadt Berlin die Erkenntnisse über ländliche Räume geteilt wurden: Beeindruckend viele Akteur*innen fanden sich in den letzten Tagen zum „Zukunftsforum ländliche Entwicklung“ im City Cube am Messegelände zusammen – gleich hinter den Hallen der Grünen Woche, die international „wichtigste Messe für Ernährungswirtschaft, Landwirtschaft und Gartenbau“, wie man der Selbstbeschreibung entnehmen kann (und die übrigens noch bis zum 26.1. andauert).
Im vorletzten Jahr wurde eine eigene Halle des Ministeriums für Landwirtschaft innerhalb des Messegeländes bespielt, nun also die Fachtagung Zukunftsforum, zwar ohne Halle, aber dafür im ganzen Würfel des imposanten City Cubes. Das Forum stand unter dem aktivierenden Slogan „Land. Kann. Vielfalt. Mach mit!“ und wurde mit zahlreichen Fachforen bespielt. Im Zentrum standen – ganz nach dem Geschmack von StadtLandFrau – Frauen in ländlichen Räumen und Fragen zu ihrem Engagement.
2025 – und kaum Frauen in den Rathäusern
Es gab Inputs über erforschte Hürden für kommunalpolitische Beteiligung von Frauen – die leider in den letzten 20 Jahren nicht abgenommen haben. Im Gegenteil: die Aktiven haben mit schlechteren Bedingungen zu kämpfen, mit der Zunahme von Hassrede, Übergriffen und sehr viel Frauenfeindlichkeit. So ergab sich das Bild von rückläufigem kommunalpolitischen Engagement unter Frauen auf dem Land, was wiederum das Gesprächsklima in Sitzungen und formalisierten Gremien beeinträchtigt. Diese (aus der Organisationsforschung zu Geschlecht hinlänglich bekannte) Dynamik führt dazu, dass Engagement von Frauen eher in informellen, nicht formalisierten Netzwerken stattfindet und seltener den Weg in die Kommunalpolitik findet.
Mehr Kooperation, weniger Hierarchie – und mehr Frauen in die Politik!
Ein Teufelskreis, den zu durchbrechen ein Auftrag der Gleichstellungspolitik ist. An aktuellen Zahlen wird deutlich, wie viel hier zu tun ist: Von Parität kann weder im Bundestag, noch in Landesparlamenten, aber am wenigsten in der Kommunalpolitik in führenden Ämtern die Rede sein.

Gerade in ländlichen Regionen, so die Vorsitzende der EAF Berlin, schreckten monologische, von Konkurrenz und Hierarchien geprägte Redekulturen Frauen ab, teilhaben zu wollen. Umgekehrt würden Parlamente mit hoher weiblicher Beteiligung Kooperationsfähigkeit und einen Diskurs auf Augenhöhe mitbringen, was die Beteiligung von Frauen nachweislich erhöht.
Es gab noch mehr Mutmacherinnen, so der Auftritt der „Radikalen Töchter“: feministische Aktionskunst brachte den berechtigten Klagen über die herrschende Hetze gegen Frauen aufmunternde Klänge entgegen, nach dem Motto: „The Future doesn‘t have to be so dark“. Die Demokratie ist nicht am Ende, auch wenn sie es schwerer hat als je zuvor.
