Tag 9: Das Adrenalin der Provokation Ein sonniger Tag in Berlin, ich fahre mit dem Rad am Mauerstreifen entlang an allerlei touristischen Hotspots vorbei. Vom Axel-Springer-Verlag bis zum Gleisdreieck Touristenleere an den sonst gut gefüllten Orten: Checkpoint Charlie, DDR-Museum, Topographie des Terrors, Martin-Gropius-Bau, keine reisebusseweise sich schiebenden Massen, Menschentrauben, Busstaus. Von März bis September hatten„#9+++Corona-Blog+++“ weiterlesen
Kategorie-Archive: Berlin
Stadt in Zeiten von Corona
Wir erleben gerade, wie städtisches Leben zum Erliegen kommt, obwohl kein Krieg, keine Vertreibung, keine Wirtschaftskrise die Menschen aus der Stadt gedrängt haben. Mit dem Corona-Virus erleben wir ein städtisches Shutdown von Innen heraus, ein herbeigeführter, planvoller Herzstillstand eines voll funktionsfähigen städtischen Körpers.
Sippenhaft für Frau Minister?
Erzählt doch keine Märchen! Warum nur sind die Medien so scharf auf das Fehlverhalten von Franziska Giffeys Ehemann? Der Hauptstadtpresse fehlen mal wieder die deutschen Royals, so scheint es.
Die unerwünschten Nebeneffekte urbaner Wohnlösungen oder: Der Tag, an dem mein Display zerbarst
Mit heranwachsenden Kindern wohnt nur komfortabel, wer kreative Lösungen für die zu eng gewordene Wohnung sucht – umziehen kann sich in Berlin sowieso niemand leisten. Aber Hochbetten und Hochebenen haben auch ihre Tücken, wie man sieht…
Extinction Rebellion – Gedanken zum Ausnahmezustand in Berlin
Seit Tagen legen Protestierende von Extinction Rebellion die Stadt lahm. Die bunten Aktionen rufen Erinnerungen an den Uni-Streik von 2004 wach, als die ganze Stadt mit einem kreativen Kampf gegen Studiengebühren bespielt wurde. Es gab allerdings einen Moment am gestrigen Tag, an dem ich den Aktionismus von Extinction Rebellion zutiefst mißbilligt habe…
Eribons Präsident. Eine Diskussion mit Didier Eribon und Edouard Louis in der Paul-Simon-Galerie über Macron
Im Rahmen des Literaturfestes wollte ich unbedingt Didier Eribon und Edouard Louis hören, die erfolgreichen französischen Autoren der Stunde. Das Buch „Abschied von Eddie“ hatte ich gerade gelesen, und Eribons „Rückkehr nach Reims“ vor Jahren, beide werden in Berlin inzwischen am Theater gehypt. Die Veranstaltung fand am 19.9.2019 in der Paul-Simon-Galerie statt.
Schön schöner Schöneberg
Die Goltzstraße in Schöneberg: Es ist die Mischung aus dem Luxus des Schönen in Kombination mit dem Luxus des Herumtreibens, die ganz kurz vor dem Überkippen in die Exklusivität des Reichtums ihr spannendstes, flirrendstes Moment entfaltet. Es ist diese Melange, die Berlin in den letzten zehn, zwanzig Jahren so anziehend gemacht hat, und in diesem Moment in genau dieser Straße entfaltet der Prozess der Gentrifizierung seine tragische Schönheitsambivalenz.