#3+++Corona-Blog+++

Tag 3: Stadtflucht Heute Morgen heißt es, alle Geschäfte außer Baumärkte, Lebensmittelläden und Friseure seien geschlossen. Friseur – ein krisensicherer Beruf, wer hätte das gedacht. Ich muss ein Gerät bei Saturn umtauschen, morgen läuft die Rückgabefrist ab. Im Netz steht „Ihr Saturn hat geöffnet“. In gewisser Weise verkauft Saturn ja auch Dinge des täglichen Bedarfs,„#3+++Corona-Blog+++“ weiterlesen

#2+++Corona-Blog+++

Tag 2: Renitenz in Berlin Systemrelevante Berufe scheint es haufenweise zu geben. Zumindest in Berlin. Denn das öffentliche Leben geht relativ uneingeschränkt weiter, in der Tür des Eisladens hängt der rebellische Satz gekrakelt „Wir haben weiterhin geöffnet bis es zu Zwangsmaßnahmen kommt + evtl. darüber hinaus.“ Ist das jetzt die berühmte Kreuzberger Anti-Haltung oder ist„#2+++Corona-Blog+++“ weiterlesen

#1+++Coronablog+++

Tag 1: Berlin im Ausnahmezustand Heute ist der letzte Schultag. Gefühlt wie vor den Sommerferien. Die morgendliche Ansprache an die Kinder klingt dann so: „Und macht eure Fächer sauber. Denkt an das Sportzeug!“ SMS von einer Mutter: „David ist krank, also nur Bauchweh, aber er kann nicht zur Schule. Kann dein Sohn das Aufgabenblatt für„#1+++Coronablog+++“ weiterlesen

Stadt in Zeiten von Corona

Wir erleben gerade, wie städtisches Leben zum Erliegen kommt, obwohl kein Krieg, keine Vertreibung, keine Wirtschaftskrise die Menschen aus der Stadt gedrängt haben. Mit dem Corona-Virus erleben wir ein städtisches Shutdown von Innen heraus, ein herbeigeführter, planvoller Herzstillstand eines voll funktionsfähigen städtischen Körpers.

Das wichtigste für die SPD: Esken und Walter-Borjans sind ein gutes Team

Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans haben ihren ersten Tandem-Auftritt bei Anne Will souverän gemeistert, und zwar als echtes Team: Einander zugewandt, sich gegenseitig unterstützend, loyal und einander ergänzend. Bei Anne Will überwog der Eindruck: Wenn das die neue SPD-Spitze wird, dann performt sie ein Füreinander anstatt das ewig gewohnte Gegeneinander.

Die unerwünschten Nebeneffekte urbaner Wohnlösungen oder: Der Tag, an dem mein Display zerbarst

Mit heranwachsenden Kindern wohnt nur komfortabel, wer kreative Lösungen für die zu eng gewordene Wohnung sucht – umziehen kann sich in Berlin sowieso niemand leisten. Aber Hochbetten und Hochebenen haben auch ihre Tücken, wie man sieht…

Extinction Rebellion – Gedanken zum Ausnahmezustand in Berlin

Seit Tagen legen Protestierende von Extinction Rebellion die Stadt lahm. Die bunten Aktionen rufen Erinnerungen an den Uni-Streik von 2004 wach, als die ganze Stadt mit einem kreativen Kampf gegen Studiengebühren bespielt wurde. Es gab allerdings einen Moment am gestrigen Tag, an dem ich den Aktionismus von Extinction Rebellion zutiefst mißbilligt habe…

Eribons Präsident. Eine Diskussion mit Didier Eribon und Edouard Louis in der Paul-Simon-Galerie über Macron

Im Rahmen des Literaturfestes wollte ich unbedingt Didier Eribon und Edouard Louis hören, die erfolgreichen französischen Autoren der Stunde. Das Buch „Abschied von Eddie“ hatte ich gerade gelesen, und Eribons „Rückkehr nach Reims“ vor Jahren, beide werden in Berlin inzwischen am Theater gehypt. Die Veranstaltung fand am 19.9.2019 in der Paul-Simon-Galerie statt.

Schön schöner Schöneberg

Die Goltzstraße in Schöneberg: Es ist die Mischung aus dem Luxus des Schönen in Kombination mit dem Luxus des Herumtreibens, die ganz kurz vor dem Überkippen in die Exklusivität des Reichtums ihr spannendstes, flirrendstes Moment entfaltet. Es ist diese Melange, die Berlin in den letzten zehn, zwanzig Jahren so anziehend gemacht hat, und in diesem Moment in genau dieser Straße entfaltet der Prozess der Gentrifizierung seine tragische Schönheitsambivalenz.